Um das Drift der Last (Kriechen) bei einem VFD-gesteuerten Seilzug zu verhindern, muss die Bremse nur dann aktiviert werden, wenn der Motor wirklich keine Geschwindigkeit mehr hat und kein ausreichendes Halte-Drehmoment vom Antrieb benötigt wird. Typischerweise führt der VFD eine kontrollierte Verzögerung bis nahe null durch, hält ein kleines Halte-Drehmoment zur Stabilisierung der Last, und befiehlt dann die Bremse zu betätigen. Nach Bestätigung der Bremse (über einen Schalter oder eine Zeitsteuerung) kann das Antriebsdrehmoment auf null reduziert werden.
Wenn die Bremse zu spät aktiviert wird, kann die Last vor der Betätigung der Bremse leicht abdriften oder absinken. Wenn sie zu früh aktiviert wird — während der Motor noch Geschwindigkeit oder Drehmomentwechsel hat — können Stoßbelastungen, ruckartige Bewegungen und erhöhter Verschleiß der Bremsbeläge auftreten.
Verwenden Sie nach Möglichkeit Rückmeldungen: Geschwindigkeitsrückmeldung (Encoder) und Bremsstatus-Rückmeldung (Endschalter) verbessern die Konsistenz. Passen Sie Verzögerungsrampen, Drehmomentüberprüfung und Bremsverzögerungszeiten während der Inbetriebnahme unter repräsentativen Lasten an. Für die Sicherheit stellen Sie sicher, dass die Bremse ausfallsicher ist und die Last unabhängig vom VFD halten kann. Eine gute Koordination zwischen Bremse und VFD ist entscheidend für sanfte Starts, präzise Positionierung und Einhaltung der Vorschriften.


