Zweistufiges Bremsen (auch zweischrittiges oder duales Bremsen genannt) wendet Bremsmoment in zwei Phasen an: eine kontrollierte Anfangsphase gefolgt von einer stärkeren Endphase. Das Ziel ist es, Stoßbelastungen zu reduzieren, Schwankungen der Last zu verhindern, Riemenschlupf zu begrenzen und mechanische Belastungen zu vermeiden, während gleichzeitig ein sicheres Anhalten gewährleistet wird.
Dieser Ansatz ist besonders bei langen Schrägförderern und schweren Hebesystemen wertvoll. Wenn das vollständige Bremsmoment sofort angewendet wird, kann das System Ruckbewegungen, Getriebebelastung, strukturelle Vibrationen oder Riemenschäden erfahren. Zweistufiges Bremsen ermöglicht eine sanftere Verzögerungskurve — oft als „weiches Bremsen“ bezeichnet — bevor die Bremse auf das volle Haltemoment umschaltet.
Zweistufiges Verhalten kann mechanisch (doppelte Federn/Verbindungen) oder durch Steuerung der Betätigung (hydraulisches Drosseln, elektro-hydraulische Antriebskontrolle oder Koordination mit Frequenzumrichter) erreicht werden. Bei der Auswahl einer Bremse für ein Hochinertialsystem sollte man nicht nur fragen „wie viel Drehmoment“, sondern auch „wie wird das Drehmoment im Laufe der Zeit angewendet?“ Richtig abgestimmtes gestuftes Bremsen verbessert die Sicherheit, reduziert Wartung und verlängert die Lebensdauer von Belägen und Antrieb.



